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Maria Gerl-Plein
Liebe
Wählerinnen und Wähler,
nach
mehr als zwanzig Jahren Kommunalpolitk habe ich Lust mich in die
Landespolitik einzumischen.
Bislang
lag der Schwerpunkt meiner politischen Arbeit im Kreistag. Wir Grüne
haben dort einiges erreicht und Erfolge erzielt, sehr häufig
aber sind wir an die Grenzen der Entscheidungskompetenz auf
kommunaler Ebene gestoßen.
So
ist der Landkreis zwar für den Bau und die sächliche
Ausstattung der Schulen verantwortlich, auf der pädagogisch
inhaltlichen Ebene jedoch ist allein das Land zuständig. Der
Landkreis muss die Abschiebung von Flüchtlingen vollziehen, die
ein Minister anordnet, der seine sämtlichen Kollegen aus den
anderen Bundesländern rechts überholt. Der Landkreis muss
an AsylbewerberInnen auch für ihn teurere(!) Gutscheine statt
Bargeld ausgeben. Wir dürfen uns auf kommunaler Ebene trotz der
im Grundgesetz verbrieften kommunalen Selbstverwaltung nicht zu einer
verfassten Region zusammentun, weil die gegenwärtige
Landtagsmehrheit das aus irrationalen Gründen ablehnt. Die Liste
ließe sich problemlos verlängern.
In
kaum einem Politikbereich wurde und wird so viel und mit so
mangelhaften Konzepten herumgedoktert wie in der Bildungspolitik –
nicht nur von der derzeitigen CDU/FDP-Landesregierung, auch die
SPD-Alleinregierung hatte keine wirklichen Konzepte.
Selbstverständlich muss das Ziel sein, keinen jungen Menschen
ohne einen Schulabschluss ins Leben zu schicken. Mindestens genauso
wichtig ist es, die Freude am Lernen zu wecken, es nicht als lästige
Pflicht der jungen Jahre zu sehen sondern als lebenslange lohnende
Aufgabe. Die verbissene Verteidigung eines überholten
dreigliedrigen Schulsystems, das ganz offensichtlich nicht in der
Lage ist dies zu erreichen, zeugt von einem gewaltigen
Realitätsverlust bei CDU/FDP. Kurzsichtig ist es allemal. Wir
können es uns schlicht nicht leisten, einen großen Teil
der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes perspektivlos
zurückzulassen.
Wir
brauchen eine Sozialpolitik, die Teilhabe aller am gesellschaftlichen
Leben ermöglicht. Die Grundsicherung für Arbeitssuchende,
besser bekannt unter „Hartz IV“, muss so weiterentwickelt
werden, dass dieser Anspruch eingelöst wird. Das ist zwar in
erster Linie Bundesaufgabe, über Bundesratsinitiativen kann hier
aber durchaus auch das Land aktiv werden. Ergänzend muss das
Land eigenes Geld in die längerfristige Unterstützung von
Projekten zur Schaffung von Arbeitsplätzen stecken. Finanzierung
von Arbeit ist immer besser als Finanzierung von Arbeitslosigkeit.
Frauenpolitik
war immer ein Schwerpunkt meiner politischen und zeitweise, als
hauptamtliche kommunale Frauenbeauftragte, auch meiner beruflichen
Arbeit. Frauenpolitik lässt sich nicht auf die Vereinbarkeit von
Beruf und Familie reduzieren. Das Ziel ist immer noch so einfach wie
bislang nicht erreicht – Frauen müssen unabhängig von
ihrer Herkunft auf allen Ebenen des öffentlichen Lebens, in
Beruf und Politik, ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend
vetreten sein.
Wir
brauchen alle Menschen, die hier leben um die Herausforderungen von
Klimawandel, Energiebedarf und demografischer Entwicklung – um nur
einige Aufgabenfelder zu nennen - zu bewältigen. Alle Menschen –
das heisst wirklich alle, Männer und Frauen, Menschen, die schon
immer hier leben und Zugewanderte, Menschen mit Behinderungen, junge
und alte Menschen. Dafür haben sich Grüne seit ihrer
Gründung eingesetzt, dafür stehen sie auch heute. Dafür
möchte ich mich einsetzen.
Mit
meinen 56 Jahren gehöre ich zur Generation 50+. Meine Lebens-,
Berufs- und Politikerfahrung möchte ich in den neuen Landtag
einbringen. Ich bitte um Ihr Vertrauen.
Maria
Gerl-Plein
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